Nördlingen ist eine Stadt, die auf den ersten Blick überrascht. Mitten in einem riesigen Meteoritenkrater gelegen, wirkt sie wie ein Stück Mittelalter, das einfach stehen geblieben ist. Enge Gassen, eine vollständig erhaltene Stadtmauer und markante Türme prägen das Stadtbild.
Hier läufst du nicht nur durch Geschichte, du bist mittendrin. Zwischen Fachwerkhäusern, alten Toren und stillen Plätzen zeigt sich Nördlingen von einer ruhigen, ursprünglichen Seite. Wer das echte Bayern abseits der großen Touristenmagnete erleben möchte, ist hier genau richtig. Wir zeigen dir die sieben schönsten Sehenswürdigkeiten in Nördlingen, die du dir bei einem Besuch nicht entgehen lassen solltest.
1. Kirchturm „Daniel“
Mitten in der Altstadt erhebt sich der Kirchturm „Daniel“ über die Dächer von Nördlingen. Schon von weitem ist er zu sehen und dient seit Jahrhunderten als Orientierungspunkt. Der Aufstieg ist zwar anstrengend, doch oben angekommen wird jede Stufe belohnt.

Von der Aussichtsplattform blickst du über die gesamte Stadt, die umlaufende Stadtmauer und weit hinaus ins Ries. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen der dicht bebauten Altstadt und der offenen Landschaft ringsum. Wenn es still wird, spürst du hier oben eine besondere Ruhe. Wobei der nächtliche Ruf des Türmers dem Daniel bis heute etwas Zeitloses verleiht.
Steig möglichst spät am Nachmittag auf den „Daniel“. Zu dieser Zeit ist deutlich weniger los als vormittags, und das Licht ist weicher. Besonders schön ist der Blick Richtung Ries, wenn die Sonne langsam tiefer steht. Wer Glück hat, erlebt den Moment fast allein – ganz ohne Trubel.
2. Gerberviertel
Das Gerberviertel gehört zu den ruhigsten und zugleich stimmungsvollsten Ecken Nördlingens. Entlang der Eger reihen sich schmale Fachwerkhäuser aneinander, viele davon leicht schief und voller Charakter. Früher wurde hier gearbeitet, gegerbt und gehandelt, heute wirkt das Viertel fast beschaulich.

Beim Spaziergang fallen dir kleine Details auf: alte Holztüren, enge Durchgänge, verwitterte Balken. Besonders am späten Nachmittag entfaltet das Viertel seinen Charme, wenn das Licht die Fassaden weich erscheinen lässt. Wobei gerade die unscheinbaren Hinterhöfe zeigen, wie ursprünglich dieser Teil der Stadt geblieben ist.
3. Stadtmauer
Die Stadtmauer von Nördlingen ist etwas Besonderes, denn sie ist vollständig erhalten und komplett begehbar. Auf dem überdachten Wehrgang umrundest du die Altstadt einmal ganz, Schritt für Schritt. Dabei eröffnen sich immer neue Blicke auf Dächer, Gärten und Türme.

Mal schaust du nach innen, mal hinaus ins Ries. Die Mauer erzählt von Verteidigung, Wachsamkeit und Alltag vergangener Zeiten. Besonders auffällig sind die kleinen Häuschen an der Innenseite, in denen einst die Stadtwache lebte. Wobei man erst beim Gehen merkt, wie kompakt und geschlossen die Altstadt wirklich ist.
Wenn du die Stadtmauer gehst, wähle bewusst nur einen Abschnitt. Besonders ruhig und abwechslungsreich ist der Bereich abseits des Daniel, mit Blick nach außen ins Ries. So wirkt der Rundgang weniger touristisch und deutlich entspannter.
4. Rieskrater-Museum, Stadtmuseum und Stadtmauermuseum

In Nördlingen lassen sich Geschichte und Natur gleich mehrfach entdecken. Das Rieskrater-Museum widmet sich dem Meteoriteneinschlag, der die Landschaft rund um die Stadt geprägt hat. Anschaulich und verständlich wird hier erklärt, was vor Millionen Jahren geschah. Im Stadtmuseum tauchst du in das Leben der Menschen früherer Jahrhunderte ein, von Handwerk bis Alltag. Ergänzt wird das Ganze durch das Stadtmauermuseum, das die Bedeutung der Befestigungsanlagen zeigt. Zusammen ergeben die Museen ein rundes Bild der Stadt. Wobei gerade die Verbindung aus Erdgeschichte und Stadtgeschichte Nördlingen so besonders macht.
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5. Geopark Ries
Rund um Nördlingen erstreckt sich der Geopark Ries, eine Landschaft, die auf den ersten Blick unspektakulär wirkt. Sanfte Hügel, weite Felder und kleine Ortschaften bestimmen das Bild. Erst mit dem Wissen um den Meteoritenkrater bekommt alles eine neue Bedeutung.

Auf den Wegen durch den Geopark stößt du immer wieder auf Hinweise auf dieses gewaltige Ereignis. Die Landschaft wirkt ruhig und ausgeglichen, fast unaufgeregt. Wobei gerade diese Zurückhaltung den Reiz ausmacht und das Ries von anderen Regionen unterscheidet.
6. Burg Harburg
Etwas außerhalb von Nördlingen liegt die Burg Harburg, hoch über dem Wörnitztal. Schon aus der Ferne wirkt sie beeindruckend, mit ihren Türmen, Mauern und dem geschlossenen Burgbild. Beim Betreten spürst du sofort, wie alt dieser Ort ist.

Die Wege führen durch Innenhöfe, entlang von Wehrgängen und vorbei an massiven Mauern. Alles wirkt authentisch und wenig inszeniert. Von oben reicht der Blick weit über das Umland. Wobei gerade diese Ursprünglichkeit der Burg ihren besonderen Reiz ausmacht und sie so eindrucksvoll wirken lässt.
7. Löpsinger Tor
Das Löpsinger Tor gehört zu den markantesten Stadttoren Nördlingens. Mit seinem hohen Turm und den dicken Mauern prägt es einen der wichtigsten Zugänge zur Altstadt.

Wenn du hindurchgehst, verändert sich die Atmosphäre spürbar. Drinnen wartet das enge Gassennetz der Stadt, draußen die offene Landschaft. Der Turm erzählt von Handel, Reisen und Verteidigung. Von oben bietet sich ein weiter Blick über Dächer und Mauerverlauf. Wobei man hier besonders gut erkennt, wie geschlossen und unverändert das Stadtbild bis heute geblieben ist.
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