Memmingen mag zwar klein sein, aber es hat für Besucher jede Menge zu bieten. Die charmante Altstadt steckt voller historischer Plätze, prächtiger Bauten und typisch bayerisch-schwäbischem Flair. Im Folgenden stellen wir dir die acht schönsten Sehenswürdigkeiten vor, die du bei deinem Memmingen-Besuch auf keinen Fall verpassen solltest.
1. St. Martin
Die imposante Martinskirche dominiert mit ihrem knapp 65 Meter hohen Turm die Altstadt. Das Gotteshaus aus dem 14. Jahrhundert gilt als Wahrzeichen Memmingens und beeindruckt mit gotischen Wandmalereien und einem kunstvoll geschnitzten Chorgestühl im Inneren.

Im Sommer kannst du sogar täglich um 15 Uhr den Kirchturm besteigen – der Aufstieg lohnt sich! Von oben hast du einen fantastischen Blick über die ganze Stadt und das Umland. Lass dir diesen Ausblick nicht entgehen, wenn du Memmingen besuchst.
2. Rathaus
Das strahlend weiße Rathaus mit seinen geschwungenen Giebeln und den kleinen grünen Zwiebeltürmchen ist ein echter Blickfang am Marktplatz. Der Renaissancebau von 1589 erhielt 1765 seine verspielte Rokoko-Fassade – feine Stuckverzierungen über den Fenstern und das prächtige Ziffernblatt der Uhr machen die Front einzigartig.

Hier residiert bis heute der Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung. In der Weihnachtszeit findest du im Rathausfoyer Allgäus größtes Lebkuchenhaus – ein süßes Highlight, das du dir bei einem Adventsbesuch unbedingt anschauen solltest.
3. Marktplatz
Der historische Marktplatz ist das lebendige Herzstück der Altstadt. Liebevoll nennen die Memminger ihren zentralen Platz auch die „gute Stube“ der Stadt – hier spielt sich das Leben ab. Bunte Patrizierhäuser und Zunfthäuser mit hübschen Fassaden rahmen den weiten Platz ein und zeugen vom früheren Reichtum der freien Reichsstadt.

Dienstags und samstags verwandelt der Wochenmarkt den Marktplatz in ein buntes Treiben: Dann duftet es nach frischem Obst, Käse und Blumen, und Einheimische wie Besucher schlendern zwischen den Ständen umher. Gönn dir einen Kaffee in einem der Straßencafés am Platz, setz dich in die Sonne und beobachte in Ruhe das geschäftige Treiben – so spürst du das Memminger Lebensgefühl am besten.

"Klein g’baut, gmiatlich g’lebt - so is Memmingen."
„Klein gebaut, gemütlich gelebt - so ist Memmingen.“
4. Steuerhaus
Direkt am Marktplatz steht das gelb-ockerfarbene Steuerhaus mit seinen markanten Arkadengängen. In diesem langen Bau von 1495 wurde einst die Finanzverwaltung der freien Reichsstadt untergebracht – daher der Name.

Heute erfreut vor allem die Fassade das Auge: Bunte neubarocke Fassadenmalereien aus dem frühen 20. Jahrhundert und die eleganten Rundbögen der Arkaden verleihen dem Gebäude fast ein südländisches Flair. Unter den Bogengängen befindet sich ein beliebtes Café, wo du wunderbar eine Pause einlegen kannst. Genieße deinen Cappuccino unter den Arkaden und lass dich vom mediterranen Ambiente überraschen – für einen Moment fühlst du dich fast wie in Italien.
5. Memminger Christkindlesmarkt
In der Adventszeit verwandelt sich Memmingen in ein kleines Wintermärchen, denn dann öffnet der Christkindlesmarkt seine Pforten. Auf den historischen Plätzen rund um Rathaus, Steuerhaus und Großzunfthaus stehen festlich geschmückte Holzbüdchen dicht an dicht. Es duftet nach Glühwein, gebrannten Mandeln und Lebkuchen, während tausende Lichter die Altstadt in warmes Licht tauchen.

Für stimmungsvolle Unterhaltung ist auch gesorgt: Bläser- und Gesangsgruppen treten auf, der Nikolaus schaut an den Adventswochenenden vorbei und verteilt kleine Geschenke an die Kinder. Sogar eine „Himmelsstube“ gibt es – ein behaglich beheiztes Zelt, in dem Märchen erzählt und weihnachtliche Musik gespielt wird. Wenn du im Dezember in der Stadt bist, darfst du dir diesen romantischen Weihnachtsmarkt auf keinen Fall entgehen lassen.
6. Kirche „Unser Frauen“
Die evangelische Kirche Unser Frauen, oft einfach Frauenkirche genannt, ist ein echtes Schmuckstück etwas abseits der Hauptwege. Von außen eher schlicht, begeistert sie innen mit erstaunlich gut erhaltenen gotischen Fresken aus dem 15. Jahrhundert – diese farbenfrohen Wandmalereien gehören zu den wertvollsten spätgotischen Kunstschätzen in Süddeutschland.

Das Kirchenschiff strahlt eine ruhige, beinahe mystische Atmosphäre aus; ein Besuch hier ist perfekt, um dem Trubel der Stadt kurz zu entfliehen. Vor der Kirche steht der Einhorn-Brunnen – ein bronzenes Einhorn auf einem Brunnensockel, das über das plätschernde Wasser „wacht“. Nimm dir einen Moment Zeit, um dieses kleine, skurrile Detail zu entdecken, und lass die märchenhafte Stimmung auf dich wirken.
7. Siebendächerhaus
Das Siebendächerhaus sieht aus, als käme es direkt aus einem Märchenbuch: Ein altes Fachwerkhaus mit gleich sieben kleinen Dachgiebeln übereinander!

Dieses ungewöhnliche Gebäude diente im 17. Jahrhundert den Gerbern der Stadt als Trockenhaus – in den vielen Lüftungsgiebeln und Dachkammern wurden Tierhäute zum Trocknen aufgehängt.
8. Ehemaliges Kreuzherrenkloster (Kreuzherrnsaal)
Hinter den Mauern des ehemaligen Kreuzherrenklosters verbirgt sich ein wahrer Barocktraum. Der unscheinbare Klosterbau beherbergt den berühmten Kreuzherrnsaal – den einstigen Kirchenraum des Heilig-Geist-Klosters, der heute als Konzert- und Festsaal dient.

Betritt man diesen Saal, bleibt einem vor Staunen fast der Atem weg: Überall an der Decke und den Wänden winden sich üppige weiße Stuckornamente im spätbarocken Wessobrunner Stil, dazwischen leuchten bunte Deckenfresken des Memminger Künstlers Johann Friedrich Sichelbein. Putten, Engel und ornamentale Ranken bilden ein überwältigendes Gesamtbild – kein Wunder, dass der Kreuzherrnsaal als „Perle der Oberschwäbischen Barockstraße“ gilt.
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