Bayern ist nicht nur ein Land für Gipfelstürmer, sondern auch für alle, die gern einfach loslaufen und unterwegs staunen. Mal fräst sich Wasser in den Fels, mal liegt ein See so still da, dass die Berge darin wie gemalt wirken.

Und wenn du glaubst, der schönste Blick sei schon hinter dir, wartet am nächsten Wegstück die nächste Kulisse, ganz selbstverständlich.


1. Durch die Wimbachklamm

Die Wimbachklamm im Berchtesgadener Land wirkt wie ein schmaler Spalt, den das Wasser sich mit Geduld in den Fels gesägt hat. Auf Stegen gehst du dicht über dem Wimbach, der unten schäumt, springt und plötzlich wieder verschwindet. Die Luft ist kühl, die Wände sind dunkelgrün vor Moos, und jeder Schritt klingt ein bisschen nach Abenteuer.

Schön ist es, am Ende kurz stehen zu bleiben, wenn sich die Klamm öffnet und das Wimbachtal aufatmet. Wobei der Watzmann im Hintergrund gern so tut, als hätte er das alles schon tausendmal gesehen. Und trotzdem hält man automatisch kurz den Atem an, einfach so.

  • Länge & Dauer: ca. 2 km, etwa 1–1,5 Stunden
  • Startpunkt: Wimbachbrücke bei Ramsau
  • Besonderheiten: Enge Schlucht mit Holzstegen, tosende Wasserfälle und eindrucksvolle Felswände

2. Zwischen Karwendel und Wetterstein

Mittenwald liegt so hübsch zwischen Karwendel und Wetterstein, dass der erste Blick schon wie ein Versprechen wirkt. Richtung Kranzberg wird der Weg sanft, fast gemütlich, und die Almwiesen machen Platz für weite Aussichten. Der alte Einersessellift gehört hier genauso dazu wie das leise Scheppern der Kuhglocken, das aus der Ferne herüberzieht.

Oben öffnet sich das Panorama in alle Richtungen, und plötzlich wirkt das Tal viel weiter, als du es unten vermutet hättest. Beim Abstieg schimmert der Lautersee smaragdgrün zwischen den Bäumen, als hätte ihn jemand heimlich hingelegt. Wobei man dort leicht vergisst, dass Mittenwald nur ein paar Schritte entfernt wartet.

  • Länge & Dauer: ca. 12–15 km, etwa 4–5 Stunden
  • Startpunkt: Mittenwald
  • Besonderheiten: Abwechslungsreiche Alpenlandschaft zwischen zwei Gebirgszügen mit weiten Ausblicken

3. Eibsee-Rundweg

Der Eibsee bei Grainau spielt seine Magie am Ufer aus, wo das Wasser so klar ist, dass man den Grund bis weit hinaus sieht. Auf dem Rundweg gehst du von Bucht zu Bucht, vorbei an kleinen Inseln, die wie grüne Tupfer im Türkis liegen. An windstillen Stellen spiegelt sich die Zugspitze, und plötzlich wirkt der Himmel zum Greifen nah.

Zwischen den Bäumen tauchen Bankerl und Stege auf, als hätten sie genau auf diesen Blick gewartet. Man bleibt stehen, zieht die Schuhe aus und lässt die Füße im Wasser baumeln. Wobei der Eibsee dabei so tut, als wäre er ein Geheimtipp.

  • Länge & Dauer: ca. 7,5 km, rund 2–3 Stunden
  • Startpunkt: Parkplatz Eibsee
  • Besonderheiten: Türkisfarbenes Wasser, flacher Weg und beeindruckender Blick auf die Zugspitze

„Wo’d Füaß müd wern, fangt’s Staunen o.“

"Wo die Füße müde werden, beginnt das Staunen."

4. Partnachklamm: Graseck-Rundweg

Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen fühlt sich an wie ein Gang hinter die Kulissen der Berge. Du gehst durch Tunnel und unter Felsvorsprüngen, während die Partnach neben dir tobt und Gischt in die Luft wirft. Der Fels ist nah, das Licht kommt in Streifen, und es riecht nach nassem Stein und kaltem Wasser.

Nach der Klamm wird es weiter und heller, der Weg zieht hinauf Richtung Graseck, und plötzlich liegt das Tal tief unter dir. Oben schaut die Zugspitze vorbei, als würde sie kurz kontrollieren, wer da unterwegs ist. Wobei das Tropfen aus der Klamm noch lange weiter im Kopf nachklingt.

  • Länge & Dauer: ca. 7 km, etwa 3 Stunden
  • Startpunkt: Garmisch-Partenkirchen
  • Besonderheiten: Kombination aus spektakulärer Schlucht und sonnigem Panoramaweg oberhalb der Klamm

5. Altmühltal-Panoramaweg

Der Altmühltal-Panoramaweg zeigt Bayern von seiner sanften, fast mediterranen Seite, nur eben mit Jurafels statt Meer. Auf den Höhen läufst du über Wacholderheiden und durch lichte Wälder, während unten die Altmühl ruhig durchs Tal zieht. Immer wieder stehen Kalkfelsen am Weg, als hätten sie sich für ein Gruppenfoto aufgestellt, und dahinter blitzen Burgen und Dörfer auf.

Man muss nicht die ganze Strecke gehen, um das Gefühl zu bekommen, dass hier jede Kurve ein neues Bild gleich auspackt. Der Blick schweift weit, und plötzlich wirkt sogar der Alltag sehr weit weg. Wobei das Altmühltal dabei nie laut wird, sondern einfach bleibt.

  • Länge & Dauer: ca. 200 km, Etappenweg (Tagesetappen 10–20 km)
  • Startpunkt: Gunzenhausen oder Kipfenberg
  • Besonderheiten: Sanfte Hügellandschaft, Jurafelsen und zahlreiche kulturelle Highlights entlang der Strecke

6. Durch die Oswaldhöhle

In der Fränkischen Schweiz wartet die Oswaldhöhle wie ein dunkler Durchgang in ein anderes Kapitel. Du gehst direkt hinein, ohne Kasse und ohne großes Aufhebens, und plötzlich schluckt der Fels ganz einfach das Tageslicht. Drinnen ist es kühl, der Boden klingt hohl, und die Wände zeigen Formen, die man draußen so nie finden würde.

Am anderen Ende trittst du wieder ins Grün, als wärst du kurz verschwunden gewesen. Der Weg führt weiter durch Wald rund um den Hohlen Berg, vorbei an Felsen und versteckten Öffnungen im Gestein. Wobei man hier schnell versteht, warum die Fränkische Schweiz so viele Geschichten kennt.

  • Länge & Dauer: ca. 4 km, etwa 1,5–2 Stunden
  • Startpunkt: Muggendorf in der Fränkischen Schweiz
  • Besonderheiten: Begehbare Höhle, Stirnlampe erforderlich, besonders spannend für Naturliebhaber

7. Höllental: Wanderweg zur Zugspitze

Das Höllental ist die dramatische Seite der Zugspitze, und genau so fühlt sich der Weg an. Am Hammersbach beginnt alles noch harmlos, dann zieht dich die Höllentalklamm hinein, eng, laut und voller Wasser. Nach dem Anger wird es ernst, der Pfad steigt steil, und der Fels kommt näher, bis man nur noch auf den nächsten Schritt achtet.

Der Höllentalferner liegt wie ein kühler Rest Winter im Hang, bevor der Gipfel endlich näher rückt. Oben am Kreuz weitet sich plötzlich alles, Bayern und Tirol liegen wie aufgefaltet da. Wobei die Freude dort oben meist leiser ist als der Weg nach oben.

  • Länge & Dauer: ca. 17 km, 8–10 Stunden (bis Gipfel)
  • Startpunkt: Hammersbach bei Garmisch-Partenkirchen
  • Besonderheiten: Anspruchsvolle Hochgebirgstour mit Klamm, Gletscherpassage und Klettersteig

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