Stege direkt am Fels, schmale Brücken und Wasser, das sich durch Gestein fräst: Klammen und Schluchten sind in Bayern feste Bausteine vieler Urlaubstage. Ein großer Vorteil ist die klare Wegführung, denn viele Schluchten sind über ausgebaute Steiganlagen erschlossen und lassen sich gut in Tagesausflüge integrieren. Dieser Magazinüberblick für Bayernpur.de stellt zehn bekannte Klassiker vor – vom Alpenrand bis in den Wald, jeweils mit dem Charakter, der den Besuch prägt.


1. Partnachklamm

Die Partnachklamm liegt südlich von Garmisch-Partenkirchen und ist als Naturdenkmal sowie Geotop ausgewiesen. Der Weg führt in eine enge Felsschlucht, oft direkt über dem Bach auf gesicherten Stegen. Typisch sind kurze Tunnelpassagen und ein in den Fels gesprengter Stollen, der durch Fenster Tageslicht bekommt. Viele Ausflüge kombinieren den Klammabschnitt mit einer Runde Richtung Graseck oder einem Weiterweg in die Bergwelt, sodass neben der Schlucht auch offene Wald- und Almabschnitte dazugehören.


2. Höllentalklamm

Die Höllentalklamm liegt bei Grainau im Verlauf des Hammersbachs und ist ein markanter Einschnitt im Wettersteingebirge. Der Klammsteig nutzt Stege, Brücken und felsige Stufen, mehrere Abschnitte führen durch Tunnel, die elektrisch beleuchtet sind. Als klassischer Startpunkt wird die Höllentaleingangshütte genannt, von der aus der Steig in die Schlucht führt. In der Region ist die Klamm häufig als Baustein längerer Wanderungen ins Höllental beschrieben.


3. Weißbachschlucht

Die Weißbachschlucht liegt unterhalb der Deutschen Alpenstraße zwischen Inzell, Weißbach und Schneizlreuth und zählt zum Berchtesgadener Land. Der markierte Weg folgt dem Weißbach durch eine mächtige Schlucht und führt über Treppen und Stege an Gumpen und kleineren Wasserfällen vorbei. Die Streckenführung bleibt naturnah, ist aber an wichtigen Stellen über Brücken und gesicherte Passagen erschlossen. In offiziellen Toureninfos ist die Schlucht als klar ausgewiesene Schluchtenwanderung mit definierter Route beschrieben


4. Buchberger Leite

Die Buchberger Leite verbindet Freyung und Ringelai im Bayerischer Wald und wird als Wildbachklamm mit Themenweg erschlossen. Der Erlebniswanderweg „Mensch und Natur in der Buchberger Leite“ ist als Streckenwanderung beschrieben und führt entlang der Wolfsteiner Ohe durch Schluchtabschnitte mit Holzstegen, Bachquerungen und einem Felstunnel. Markante Punkte sind mit Infotafeln und Hinweisen zur Landschaft und zur Geschichte der Klamm versehen. Ergänzend sind in den offiziellen Routenvorschlägen mehrere Rundvarianten angeführt.


5. Breitachklamm

Die Breitachklamm liegt bei Oberstdorf, erstreckt sich vom Ortsteil Tiefenbach Richtung Kleinwalsertal und gilt als Naturdenkmal sowie bedeutendes Geotop der Region. Der Klammweg ist gesichert und führt durch enge Felswände; typische Elemente sind Brücken und Stege. Betreiberangaben beschreiben den Untergrund als Mischung aus Beton, Holz und Kies, ergänzt durch Treppenstufen aus Gitterrost. In der Praxis wird der Besuch oft mit angrenzenden Wegen kombiniert, sodass neben der Schlucht auch Höhen- und Aussichtspassagen möglich sind.


6. Wimbachklamm

Die Wimbachklamm liegt bei Ramsau am Ausgang des Wimbachtals und ist als Geotop ausgewiesen. In der amtlichen Beschreibung wird der Besuch in Verbindung mit der Nationalpark-Infostelle Wimbachbrücke dargestellt; entlang der Klamm sind geologische Aufschlüsse beschildert. Der Weg führt über Stege und Treppen durch steile Felsklüfte, bevor sich das Tal öffnet. Damit eignet sich die Klamm als kompakter Programmpunkt innerhalb eines Ausflugs in den Nationalpark Berchtesgaden.


7. Eistobel

Der Eistobel liegt im Westallgäu zwischen Maierhöfen und Grünenbach und ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Wanderpfad verläuft auf verschiedenen Routen durch die Schlucht der Oberen Argen und passiert Strudellöcher, große Gesteinsblöcke, Wasserfälle und steile Felswände. In touristischen Beschreibungen werden gesicherte Wegabschnitte und Stege genannt, teils in höherer Lage über dem Bachlauf. Die Erschließung über mehrere Rundwege macht den Eistobel vielseitig, weil sich die Route je nach Tagesplanung anpassen lässt.


8. Almbachklamm

Die Almbachklamm liegt bei Marktschellenberg am Untersberg und gehört zu den technisch besonders gut erschlossenen Schluchten im Berchtesgadener Raum. Der Weg führt über zahlreiche Brücken und Stege; zusätzlich prägen viele Stufen und ein in den Fels gesprengter Tunnel den Verlauf. Am Eingang wird die Kugelmühle als regionales Technikdenkmal genannt, wodurch die Verbindung von Wasserlauf und Handwerk sichtbar wird. Viele Routenbeschreibungen binden die Klamm in Wanderungen Richtung Maria Gern oder zur Theresienklause ein.


9. Gießenbachklamm

Die Gießenbachklamm liegt westlich von Kiefersfelden und ist als Geotop erfasst. In der amtlichen Beschreibung werden Kolke, kleinere Wasserfälle und auffällige Sinterbildungen genannt; dazu kommt ein gesicherter Wanderweg als wesentliche Erschließung. Toureninfos beschreiben den Einstieg häufig am Wasserrad in Bleiersag; nach einem Stufenabschnitt folgt ein in den Fels geschlagener Weg durch die Klamm bis zur Staumauer. Oberhalb schließen sich weitere Wege an, etwa in Richtung Schopperalm und auf umliegende Talrouten.


10. Leutaschklamm

Die Leutaschklamm ist bei Mittenwald erschlossen und liegt laut amtlichem Geotop-Steckbrief zum größten Teil auf österreichischer Seite; erreichbar ist sie unter anderem über den Osteingang in Bayern. Charakteristisch ist der historische Wasserfallsteig mit hölzernen Planken nahe am Wasser, daneben prägen moderne Metallstege größere Teile der Klamm. Im Geotop-Steckbrief wird ein freischwebend geführter Klammsteig über der Leutascher Ache genannt; Lehrtafeln vermitteln Hintergrund zu Geologie und Historie. In regionalen Infos werden mehrere Themenwege beschrieben, die unterschiedliche Abschnitte verbinden.


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