Kopfsteinpflaster, Fachwerk und Türme prägen das Bild von Rothenburg ob der Tauber. Die Stadt in Mittelfranken wirkt wie eine Kulisse aus einer anderen Zeit und zieht Reisende aus aller Welt an. Zwischen Stadtmauer, Burggarten und Marktplatz reihen sich historische Gebäude, stimmungsvolle Plätze und besondere Museen aneinander. Der folgende Überblick stellt zehn Höhepunkte vor, die das typische Rothenburg-Gefühl vermitteln.


1. Plönlein: Das ikonische Altstadtmotiv

Das Plönlein gehört zu den bekanntesten Motiven Rothenburgs und steht sinnbildlich für die gesamte Altstadt. Das kleine Fachwerkhaus am Brunnen, eingerahmt von zwei Türmen der Stadtbefestigung und Kopfsteinpflastergassen, wirkt wie eine Szene aus einem Bilderbuch. Schiefe Winkel, enge Durchgänge und der Blick in mehrere Straßen schaffen eine Atmosphäre, die an Märchenfilme und historische Postkarten erinnert.

Viele Reisende wählen das Plönlein als ersten Halt ihres Stadtrundgangs und als klassisches Fotomotiv. Von hier führen Wege sowohl in die verwinkelte Altstadt als auch hinab in Richtung Taubertal. Das Ensemble taucht in Filmen, Bildbänden und Reiseführern immer wieder auf und gilt längst als Symbol für Rothenburg ob der Tauber.


2. Stadtmauer: Ein Spaziergang auf historischen Wegen

Rothenburg ob der Tauber wird von einer Stadtmauer umschlossen, die 42 Türme, sechs große Tore und mehrere kleine Fußgängerdurchgänge umfasst. Aufgrund ihrer eindrucksvollen Silhouette erhielt die Stadt einst den Beinamen „Fränkisches Jerusalem“.

Ein rund vier Kilometer langer Rundweg verbindet die Türme miteinander und lässt sich in etwa zweieinhalb Stunden erwandern. Ausgangspunkt ist dabei meist der Röderturm, von dem aus man einen großartigen Blick über die Dächer und verwinkelten Gassen genießt. Informationstafeln und eine begleitende Broschüre liefern spannende Einblicke in die Geschichte der Stadt.


3. Burggarten: Aussichtspunkt über dem Taubertal

Der Burggarten liegt auf einem Felssporn oberhalb des Taubertals und bietet einen der schönsten Panoramablicke auf Rothenburg. Wo einst eine mächtige Burg stand, erstreckt sich heute eine gepflegte Parkanlage mit alten Bäumen, Blumenbeeten und Spazierwegen. Von den Aussichtsterrassen schweift der Blick über die Dächer der Altstadt, die Stadtmauer und hinunter in das Flusstal.

Der Garten ist ein ruhiger Gegenpol zu den belebten Gassen. Bänke unter Kastanienbäumen laden zu einer Pause ein, während im Hintergrund die Silhouette der Stadt sichtbar bleibt. Der Burggarten eignet sich hervorragend, um Fotos zu machen, die sowohl Natur als auch historische Architektur einfangen, und ist zu jeder Jahreszeit ein stimmungsvoller Ort.

Der heutige Burggarten von Rothenburg liegt auf den Ruinen einer einst mächtigen Stauferburg, die 1356 zerstört wurde – einer Katastrophe, deren Überreste bis heute im Boden verborgen liegen.

4. St. Jakob: Gotik und Kunsthandwerk

Die Stadtpfarrkirche St. Jakob zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten in Franken. Der hohe Innenraum mit den schlanken Säulen, den gotischen Gewölben und den farbigen Fenstern beeindruckt schon beim Betreten. Besonders berühmt ist der reich geschnitzte Heilig-Blut-Altar im westlichen Chor, ein Meisterwerk spätgotischer Holzbildhauerei, das Besucher aus aller Welt anzieht.

Neben diesem Hauptwerk bietet die Kirche weitere kunsthistorische Schätze, etwa den Hochaltar im Ostchor und zahlreiche Figuren und Reliefs. St. Jakob verbindet geistliche Atmosphäre mit hochwertigem Kunsthandwerk und vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Frömmigkeit und den Reichtum der mittelalterlichen Reichsstadt.


5. Marktplatz: Zentrum des städtischen Lebens

Der Marktplatz bildet das Herz der Altstadt. Hier stehen das prächtige Rathaus mit seiner wuchtigen Steinfassade und der elegante Renaissanceanbau Seite an Seite. Gemeinsam mit der Ratstrinkstube und den umliegenden Bürgerhäusern entsteht ein Platzensemble, das vom Selbstbewusstsein der ehemaligen Reichsstadt erzählt und noch heute als repräsentative Bühne dient.

Zwischen Brunnen, Treppen und Hausfassaden spielt sich ein großer Teil des öffentlichen Lebens ab. Straßencafés, Geschäfte und Veranstaltungen sorgen dafür, dass der Platz zu jeder Jahreszeit belebt ist. Wer das Treiben von den Rathaustreppen aus beobachtet, erkennt schnell, warum der Marktplatz als Mittelpunkt Rothenburgs gilt.


6. Kriminalmuseum: Geschichte von Recht und Strafe

Das Mittelalterliche Kriminalmuseum widmet sich der Geschichte von Rechtsprechung und Strafvollzug. In historischen Räumen werden Urkunden, Schandmasken, Folterinstrumente und andere Objekte gezeigt, die einen eindringlichen Eindruck von früheren Rechtsvorstellungen vermitteln. Die Ausstellung schlägt einen Bogen vom Mittelalter bis in die Neuzeit und erläutert, wie sich Strafen und Gesetze verändert haben.

Besucher erhalten Einblicke in die Welt der Hexenprozesse, der öffentlichen Ehrenstrafen und der peinlichen Befragung. Infotexte erklären den historischen Kontext und ordnen die teils drastischen Exponate ein. Das Museum ist kein Gruselkabinett, sondern ein lehrreicher Ort, der zeigt, wie eng Recht, Macht und Gesellschaft in früheren Jahrhunderten miteinander verknüpft waren.


7. Weihnachtsmuseum: Tradition zum Anfassen

Im Deutschen Weihnachtsmuseum dreht sich alles um die Geschichte des Festes. In stimmungsvoll gestalteten Räumen werden historische Christbaumschmuckstücke, alte Weihnachtsbäume, Adventskalender, Nussknacker und Räuchermännchen präsentiert. Die Ausstellung zeigt, wie sich Bräuche und Dekoration im Laufe der Zeit gewandelt haben und welche regionalen Traditionen entstanden sind.

Viele Exponate wecken Kindheitserinnerungen und machen deutlich, wie stark das Weihnachtsfest zur deutschen Kultur gehört. Erklärtexte erläutern, wann sich der geschmückte Baum durchsetzte und wie aus religiösen Figuren populäre Symbolgestalten wurden. Das Museum vermittelt Weihnachtsatmosphäre zu jeder Jahreszeit und bietet einen charmanten Kontrast zum mittelalterlichen Stadtbild.


8. Doppelbrücke: Treffpunkt von Natur und Geschichte

Die Doppelbrücke im Taubertal gehört zu den reizvollsten Bauwerken außerhalb der Stadtmauern. Die zweigeschossige Steinbrücke überspannt den Fluss mit mehreren Bögen und erinnert mit ihrer Form an ein historisches Aquädukt. Zusammen mit den angrenzenden Wiesen, Bäumen und Weinbergen entsteht eine Landschaft, in der sich Natur und mittelalterliche Ingenieurskunst harmonisch verbinden.

Von der Brücke aus bietet sich ein schöner Blick zurück auf die hoch über dem Tal gelegene Altstadt. Der Weg dorthin führt an der Tauber entlang und eignet sich ideal für einen kleinen Spaziergang abseits des Trubels. Wer die Doppelbrücke besucht, erlebt Rothenburg aus einer ruhigeren Perspektive und lernt das Umland der Stadt kennen.


9. Altstadtgassen: Fachwerk und Flair

Die engen Gassen der Rothenburger Altstadt sind selbst eine Sehenswürdigkeit. Zwischen den teils Jahrhunderte alten Fachwerkhäusern entsteht ein Stadtbild, das im deutschsprachigen Raum seinesgleichen sucht. Blumen an Fenstern, kleine Läden, traditionelle Wirtshausschilder und versteckte Höfe verleihen dem Viertel einen unverwechselbaren Charakter.

Beim Bummeln durch die Straßen ergeben sich immer neue Blickachsen auf Türme, Plätze und Mauern. Hinter vielen Fassaden verbergen sich kleine Boutiquen, Cafés oder Handwerksbetriebe, die das historische Umfeld lebendig halten. Wer ohne festen Plan durch die Gassen streift, entdeckt oft gerade in den ruhigeren Ecken den besonderen Charme dieser Altstadt.


10. Röderturm: Blick über Dächer und Mauern

Der Röderturm bewacht gemeinsam mit dem benachbarten Rödertor einen der Eingänge zur Altstadt. Sein Inneres beherbergt eine hölzerne Treppenkonstruktion, über die sich eine Aussichtsplattform hoch über den Dächern erreichen lässt. Von oben fallen der geschlossene Mauerring, die spitzen Türme und das dichte Geflecht der Gassen besonders eindrucksvoll ins Auge.

Der Aufstieg wird mit weitem Panorama über Stadt und Umland belohnt. Besonders bei klarer Sicht entsteht ein Gesamtbild, das von der Stadtmauer über die Kirchen bis hinauf auf die umliegenden Höhen reicht. Der Röderturm gehört damit zu den besten Orten, um die typische Silhouette Rothenburgs in ihrer ganzen Breite wahrzunehmen.


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