Bayern ist reich an Kultur, doch die spannendsten Traditionen findest du nicht hinter Glasvitrinen, sondern mitten im Leben. In diesen sieben Orten begegnest du Kultur zum Anfassen - lebendig, echt und von den Einheimischen für sich gelebt, ohne große Inszenierung. Vom historischen Schlossfest bis zum zünftigen Volksfest: Hier kannst du bayerische Kultur hautnah miterleben. Lass dich einladen, sie selbst mit allen Sinnen zu genießen.


1. Wasserburg am Inn

Der Marienplatz in Wasserburg am Inn wird am Samstagvormittag zum lebendigen Wohnzimmer der Stadt. Zwischen bunten Marktständen grüßt man sich mit Namen, plaudert mit den Händlern und spürt das echte Wasserburger Lebensgefühl.

Vergiss nicht, dir ein frisches Bauernbrot oder ein Stück Käse aus der Region mitzunehmen - das gehört hier einfach dazu. Übrigens schwören die Wasserburger darauf, im Straßencafé zu ratschen und das Treiben in aller Ruhe zu beobachten – fernab vom Touristenrummel.


2. Tittmoning

In Tittmoning zeigt sich Kultur besonders beim alljährlichen Georgiritt. Dann ziehen festlich geschmückte Pferde, Blaskapellen und Vereinsabordnungen vom Stadtplatz zur Pferdesegnung ins Umland - ein Brauch, den hier alle Generationen mit Leben füllen.

Dabei gilt: danach in eine der urigen Wirtschaften einzukehren - dort erzählen die Einheimischen gern von ihren Traditionen. Wobei die Tittmoninger solche Feste vor allem für sich feiern, ganz selbstverständlich und ohne große Bühne.


3. Amberg

In Amberg verschmelzen gelebtes Brauchtum und Feierstimmung auf der Dult zu einem pulsierenden Lebensgefühl. Zweimal im Jahr strömt die ganze Stadt auf den Dultplatz, um bei Fahrgeschäften, Bierzelten und Blasmusik gemeinsam zu feiern.

Empfehlenswert ist es außerdem, dir zum Auftakt ein frisch gezapftes Festbier zu gönnen - wenn der Bürgermeister "O’zapft is!" ruft, jubeln alle. Wobei die Amberger ihre Dult vor allem als ihr eigenes Fest ansehen, bei dem jeder mitmacht und die Tradition einfach weiterlebt, ohne viel Erklärung.

„Kultur is ned des, wos ma herzeigt – sondern des, wos ma lebt.“

„Kultur ist nicht das, was man zeigt, sondern das, was man lebt.“

4. Neuburg an der Donau

Neuburg an der Donau verwandelt sich alle zwei Jahre in ein lebendiges Geschichtsbuch: Beim Schlossfest tragen die Bürger historische Gewänder und feiern tagelang wie im 16. Jahrhundert.

Zwischen Gauklern, Marktschreiern und Renaissance-Musik vergisst du leicht, dass das kein Theater ist, sondern echte Leidenschaft der Neuburger. Vergiss nicht, abends im Fackelschein durch die Altstadtgassen zu schlendern - das fühlt sich an wie eine Zeitreise. Wobei die Neuburger ihr Schlossfest eigentlich für sich feiern und diese Tradition lieben, ohne dass man sie groß erklären muss.


5. Rosenheim

In Rosenheim gilt: Ende August bleibt man daheim, denn da ist Herbstfest! Die Einheimischen nennen diese 16 Tage liebevoll ihre fünfte Jahreszeit und strömen in Dirndl und Lederhosen auf die Loretowiese.

Vergiss nicht, mit ihnen im Biergarten auf eine Maß anzustoßen - in Rosenheim schmeckt sie doppelt so gut in der gemütlichen Festzelt-Atmosphäre. Wobei die Rosenheimer ihr Herbstfest als ihr privates Volksfest betrachten, bei dem man sich kennt und das Leben feiert, fernab vom typischen Touristenprogramm.


6. Straubing

Straubing verwandelt sich jeden August in ein einziges großes Volksfest - das Gäubodenvolksfest gehört hier einfach zum Lebensgefühl. Was einst als landwirtschaftliche Ausstellung begann, ist heute das zweitgrößte Volksfest Bayerns, doch immer noch bodenständig und familiär.

Vergiss nicht, dir den prächtigen Eröffnungszug anzusehen – wenn Trachtengruppen und Musikkapellen durch die Straßen ziehen, spürst du den regionalen Stolz hautnah. Wobei die Straubinger ihr Gäubodenfest liebevoll als "ein Stück vom Paradies" betrachten, das sie vor allem mit der Region feiern – echt und unverfälscht, ohne jede Show für Außenstehende.


7. Forchheim

Forchheim pflegt seine Bierkeller-Kultur im Kellerwald - einem schattigen Hügel voller in den Fels gebauter Keller, wo seit Jahrhunderten Bier gelagert und ausgeschenkt wird. Jedes Jahr Ende Juli strömen Familien, Freunde und Vereine hierher zum Annafest: Unter alten Eichen genießen alle bei Blasmusik ein kühles Bier und feiern fröhlich den Sommer.

Vergiss nicht, dir eine Maß Kellerbier zu gönnen – sie schmeckt im kühlen Wald doppelt so gut. Übrigens kommen die Forchheimer auch unterm Jahr gern hier hoch und leben ihre Biertradition, ganz ohne dass sie groß erklärt werden muss.


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